

Sein Instrument sehr gut zu beherrschen, ist wichtig für einen Berufsmusiker. Aber das reicht nicht immer aus. Es gibt Zusatzdisziplinen, die zu noch besseren Leistungen verhelfen oder dazu beitragen können, bestehende Probleme zu lösen.
Diese Disziplinen erhalten hier ihren Platz. Sie werden beschrieben. Außerdem können sich Praktiker, die die Technik in Kursen oder Sitzungen anbieten, vorstellen.
Das Informationsagebot wird nach und nach ausgedehnt.
"Luft ins Rohr", so lautete die Aufforderung eines Dozenten bei einem Klarinettenworkshop.
Man stelle sich die Luft wie einen Bach vor und die Töne wie Schiffchen, die darauf schwimmen. Wenn der Luftfluss zu schwach wird, wird der Bach zu seicht und die Schiffchen laufen auf Grund. So die Veranschaulichung eines Trompeters, wie die Töne durch Luft geführt werden müssen.
Die Atemtechnik ist also ein interessantes Thema für alle Bläser. Die musikalische Gemeinschaftsleistung wird noch besser, wenn auch die Schlagzeuger vor dem ersten Ton eines Stücks gemeinsam mit den Bläsern einatmen.
Schmerzen und Beschwerden durch die instrumentenspezfische Haltung sind keine Seltenheit. Die Musikphysiologie beschäftigt sich mit diesem komplexen Themengebiet und bietet Trainingskonzepte zur Prävention sowie Behandlungsmöglichkeiten an.
Frederick Matthias Alexander war Schauspieler, dem eines Tages die Stimme versagte. Nachdem ihm die Ärzte nicht helfen konnten, musste er selber nach einer Lösung suchen. Er fand sie vor dem Spiegel, wo er erkannte, dass die Haltung seines Kopfes beim Sprechen Druck auf seinen Kehlkopf ausübte.
Daraus entwickelte er seine Technik, die von der Beobachtung der eigenen Gewohnheiten bis zu optimierten Bewegungsabläufen reicht. Auch Musiker können im Zusammenspiel mit ihrem Instrument von der Alexander-Technik profitieren.
Kinesis bedeutet Bewegung, Logos Lehre. Die Kinesiologie spürt muskuläre Dysbalancen auf und stellt mit gezielten Übungen das Gleichgewicht im Körper wieder her.
Für die Musik kann die Kinesiologie genutzt werden, um mehr Energie und eine bessere Konzentration zu erzielen. Dafür gibt es verschiedene Energieübungen und interessante Möglichkeiten, mit Farben zu arbeiten.
Die Methode geht auf Avi Grinberg zurück, der das Wohlbefinden von Menschen durch verschiedene Techniken verbessern konnte. Dauerhafte Schmerzfreiheit und Harmonie kann sich aber nur einstellen, wenn die Selbstheilungskräfte aktiviert werden.
Für Musiker hilft die Grinberg-Methode gegen Lampenfieber, Stress und Verspannungen durch die instrumentenspezifische Körperhaltung.
Flow ist ein Zustand, der erreicht wird, wenn Herausforderung und Können ausgeglichen sind, Körper und Geist verschmelzen und man sich voll auf seine Aufgabe konzentriert. Man befindet sich in der Gegenwart, schaut weder in die Vergangenheit noch in die Zukunft, sondern geht einer Aufgabe nach, die in sich selbst befriedigend ist.
Flowerlebnisse stärken das Selbstvertrauen und entwickeln Fähigkeiten, mit denen wichtige Beiträge für die Menschheit geleistet werden können. Musiker können das Flow-Konzept beispielsweise gegen Lampenfieber und für ein verbessertes Zusammenspiel im Ensemble nutzen.
Begründer dieses Konzepts ist der amerikanische Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi.